Sonntag, 15. Juni 2014

Tatort-Kritik


Ich will jetzt Hollywood

Warum nur habe ich sie so satt - die deutschen Tatorte, die am Anfang so konstruiert erscheinen und erst am Ende verstörend realistisch werden? So dermaßen realistisch, dass sie mich mit einem schlechten Gefühl zurücklassen. Bloß nicht die Bösen verlieren lassen…. Bloß nicht den Film besser machen als das wahre Leben. Es wäre, so scheint es, politisch völlig inkorrekt einem Cop zu erlauben, eine Gruppe elitärer Edelfreier samt Staatsanwalt mit einer Kalaschnikow niederzumähen. Da ist es schon wesentlich schicker, dem Juristen so etwas wie ein Gewissen an den Leib zu schreiben und ihn sich selbst und dem Strick zu überlassen.

Wo bleiben nur die Luc Bessons des deutschen Films? Die Drehbuchautoren und Regisseure, die mich mit einem Gefühl der Genugtuung zurücklassen, ohne Rücksicht auf Kolateralschäden beim kriminellen Gegner. Wissen wir denn nicht sowieso, dass die Bösen im echten Leben niemals aussterben? Warum dann nicht wenigstens am Sonntagabend nur für einen kleinen Augenblick? Ich würde dann viel besser schlafen und vermutlich könnte ich morgen früh unbeschwert durch die unbeleuchtete Tiefgarage schlendern, denn ich wüsste – die Bösen hat´s gestern Abend alle erwischt. Ich flehe – ich schmachte – ich wünsche mir noch wenigsten einmal einen kleinen Schimanski, oder den Nuschel-Til.

Zum Schluss noch ein Zitat des großen Syd Field (aus: Drehbuch schreiben für Film und Fernsehen)

„Ein gut gemachter Film hat ein starkes, eindeutiges Ende, eine präzise Auflösung. Die Tage der offenen Schlüsse sind vorbei. Sie endeten in den Sechzigern.“


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen