Samstag, 3. August 2019

Wutbürger vs.Gutmensch


Vor ein paar Jahren hab ich mich manchmal darüber amüsiert, wie die Facebook-Gemeinde alle verwahrloste Hunde und Katzen dieser Welt retten wollte, was ja auch gar nicht so verwerflich ist. Leider sieht man das ja heute immer weniger. Der Grund: Man kümmert sich um Anderes. Wutmenschen meinen, dieses Land unbedingt sicherer machen zu müssen, weil man nichts mehr sagen darf und alles angeblich Fake ist, was man in den Nachrichten hört. Und weil man nicht mehr sicher über die Straße gehen kann. Weil deshalb die Grenzen dicht gemacht werden müssen und weil ..... Bla bla bla… Mimimi. Auch ich wurde inzwischen mehrfach in eine dieser "Wutbürger-Merkel-Ist-Schuld-Guppen" eingeladen. Morgen ist meines Wissens Demo in Siegen. Also mal ganz ehrlich. Dieser Junge da in Frankfurt... JA - ganz schlimm. Aber wir wollen doch mal bei den Fakten bleiben. Deshalb ganz nüchtern eine Statistik: 1994 gab es mehr als DOPPELT so viele Delikte im Bereich "Mord/Totschlag /Tötung auf Verlangen" als 2019, nämlich 1351. (Anm. Für 1994 ist diese nicht mehr auf der Seite des BKA zu finden, weil zu alt, deshalb mal die hier eine Quelle aus der Zeitschrift „Focus“) 2018 nämlich waren es 544. Quellen: polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Und noch eine weitere Anmerkung: Das sind nur die tatsächlichen Todesfalldelikte. Im Bereich Versuch, also den nicht gelungenen Tötungsdelikten, ist der Unterschied zu den 90er Jahren noch viel krasser.
Was heißt das nun? Ups - - - Vielleicht hat ja Frau Merkel das Land ja dann sogar sicherer gemacht? So was blödes aber auch mit den verflixten Fakten. Mein Tipp fürs Wochenende und die Zukunft: Einfach mal nicht auf jeden Zug aufspringen, sondern erst mal recherchieren. Werdet bessere Menschen. Wie? Vielleicht mal wieder was über misshandelte Hunde, Katzen, Pferde… posten. Und etwas weniger Fleisch essen – ach und etwas kleinere Autos fahren – die Verpackung im Supermarkt mal weglassen – jemand anderem mal eine Freude machen oder Trost schenken. Der Mutter des getöteten Jungen einen persönlichen Brief und ehrlich gemeinten Brief schreiben. Ja verdammt, lasst uns trauern, aber nicht so. Und auf dem Weg zum besseren Menschen sollten wir nicht diejenigen mit „Gutmensch“ beschimpfen, die schon gute Menschen sind. Das hier kann gerne geteilt werden.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Fahrplan 2015

Boah - da kommt ja noch Einiges.
Hier mal die noch anstehenden...

Termine die für 2015:

16.06.  Begleitung für Olaf Neopan Schwanke > LINK
18.07.  Stephan-S-Punkt -Radiokonzert Radio Siegen
24.07.  on Drums für die Band Quest > LINK
26.07.  Stephan-S-Punkt Wege übern Berg FREUSBURG
08.08.  Quest -Radiokonzert Radio Siegen
13.08.  Stephan-S-Punkt - Akustik im Hühnerstall Düsseldorf
22.08.  Stephan-S-Punkt -  Bad Oyenhausen (noch nicht bestätigt)
22.08.  on Drums für Quest in Ferndorf (Privatveranstaltung)
29.08.  on Drums für Quest Veranst. f. Rotes Kreuz
02.09.  Stephan-S-Punkt Künstlerklause Betzdorf
05.09.  Stephan-S-Punkt - "Zur Hexe am Tor" Dülmen
06.09.  Stephan-S-Punkt - Musik und Shopping Wissen
11.09.  Stephan-S-Punkt - Elsas Café Hergenroth
12.09.  on Drums für Quest - Tag der Einsatzkräfte Siegen
13.09.  Stephan-S-Punkt & Diana Bliss Vernissage Sandra König
04.12.  Stephan-S-Punkt Kleinkunstbühne Hilchenbach
05.12.  !! BIG SURPRISE !! wenns klappt. Termin notieren.

Mittwoch, 29. April 2015

Elvis läbbt - Kurzgeschichte



Eine Kurzgeschichte - wie versprochen:

Elvis läbbt

Die Dame vom Amt las ihren Satz von einem Blatt ab:

„Gutten Takk. Was kann irch fur sie tunn?“

Ich stockte.

„Oh – Verzeihunk. Irch neu hier auf Einwohnermeldeamt. Irch von Wolgograd. Prokopjewa.

Über ihren Bildschirm hinweg reichte mir eine zierliche Hand. Ich schüttelte sie.

„Tja – mein Opa hat sein Portemonnaie verloren und ich wollte…“

„Ah, ist nircht Fundburo hierch.  Mussen Sie zwei Tore weita zu meina Kolläggin.“

„Nein, Nein – da war ich schon. Da ist es nicht. Ich möchte für ihn einen neuen Ausweis beantragen.“

„Ach – ähm….gleine Momänt.“

Wieder sah die Frau auf ihren Zettel und wiederholte:

„Gutten Takk. Was kann irch fur sie tunn?“

„Ich möchte für meinen Großvater einen neuen Pass beantragen. Per-so-nal-ausweis!“

„Oh – natullirch. Jetzt irch habbe verstanden. Passausweis. Tudd mirch leid, aber muss selbst kommen, Opa.“

„Das geht aber nicht. Mein Opa kann nicht selber kommen. Er muss auf meine Oma aufpasssen. Die ist nämlich krank.Wissen Sie … Alzheimer.“

„Aber Alzrcheim andere Stadt, oda? Hier nircht Alzrcheim. Hier Sieggen.“

„Nein ich meine Alzheimer – die  Krankheit.“

Sie sagte nichts, sah mich nur an. Ich hatte nicht vor, ihr das ganze Drama meiner Großeltern zu erklären. Was ging sie die Beziehung meiner Großeltern an. Meine Oma erkannte meinen Opa nicht mehr. Das einzige, was sie noch wahrnahm, war wenn ich ihr einmal in der Woche die alten Elvis-Schallplatten abspielte. Sie war schon immer ein glühender Elvis-Fan gewesen. Ob die Dame vom Amt Elvis überhaupt kannte, so jung wie sie war?

„Jetzt verstähe. Alzcheimer ist Krankheit?“

„Ja - eine Krankheit, bei der man alles vergisst. Manchmal sogar seinen eigenen Namen manchmal aber auch, dass man noch den Herd angelassen hat und deshalb passt Opa gerade auf Oma auf. Also bin ich hier, um seinen neuen Pass zu beantragen.“

„Ohh – tut mirch sehr leid, nircht sofort verstanden. Ich erst ein Jahr chier in Dötschland und bin nur Verträttunk heute.“

„Na gut, aber kann ich jetzt einen neuen Pass beantragen oder nicht?“

„Natullirch – Momäänt biitte….“

Sie schob die Computermaus emsig hin und her, machte aber insgesamt einen eher verzweifelten Gesichtsausdruck. Fast so verzweifelt wie meine Oma, wenn sie mal wieder etwas suchte. An Opa bewunderte ich, wie liebevoll er mit der Situation umging. Er versuchte alles, um eine normale Unterhaltung in Gang zu setzen, während Oma sich ständig über den fremden Mann in ihrer Wohnung beschwerte. Dabei hatte sie ihn einmal so sehr geliebt. Andere behaupteten hingegen scherzhaft, sie habe ihn nach seinem Geburtdatum ausgewählt. Es war das gleiche wie das von Elvis, dem King of Rock ´n Roll.

„Chier ist Fomula!!“, rief plötzlich die Blonde. „So fang-gen wir an. Gebuttstag ihr Oppa?“

„08.Januar 1935.“

„Sso – dann irch braurche jetzt Namme von ihre Grossvatter.“

Vielleicht war es ein Reflex, eine blöde Idee, ein Blackout - vielleicht aber auch ein guter Plan als ich sagte:

„Elvis Aaron Presley.“

Und die Russin, die heute nur als Vertretung hier saß und nur die Hälfte von dem verstand, was ich ihr sagte, zögerte einen winzigen Moment, ehe sie die Finger auf die Tastatur legte:

„Gutt – aber dass ist ungewohnlircha Namme. Bitte burchstabiren mir, wenn gäht“

Als ich eine halbe Stunde später das Einwohnermeldeamt verließ, nahm ich mir vor, gleich noch ein paar schicke Klamotten für meinen Opa zu besorgen. Vielleicht einen weißen Anzug mit hohem Kragen und Pailletten. Und ein neues Portmonnaie bekäme er natürlich auch.

Noch ´n Text



Nun doch noch mal ein Text. Ihr habt ja gemerkt, dass meine Textmaschine ins stocken gekommen war. Grund war, dass ich nun doch einige Gigs hatte und noch habe. Außerdem könnt ihr Euch schon wieder auf Kurzgeschichten und Gedichte von mir freuen, da ich an einem Schreibworkshop teilnehme, der sich als sehr anspruchsvoll herausstellt. Der folgende Text ist eine Ballade, die schon fertig ist und ihr könnt sie hören, wenn ihr auf meine Gigs kommt. (Siehe Frazebuch).


Was wär wenn du nicht gewesen wärst?

Wir war´n zwei Kometen da draußen im All
allein unterwegs ohne Ziel
Wir sind uns begegnet. Es gab ´n Knall.
Da war wohl der Zufall im Spiel.

Doch wie kann das sein dass es mir heut so scheint
Als hättest du schon auf mich gewartet?

Was wär wenn du nicht gewesen wärst?
Wo würde ich heute verglühn?
Was wär wenn du nicht gewesen wärst?
Mit wem würd ich durchs Universum ziehn?

Ich war eine ein Insekt auf der Suche nach dem Licht
Nach dem, das allein für mich scheint
Ich flog auf dich zu und ich wusste es nicht
Das Fenster war auf -  ließ mich rein.

Doch wie kann das sein dass es mir heut so scheint
Als hättest du schon auf mich gewartet?

Was wär wenn du nicht gewesen wärst?
Wo würde ich heute erfrieren?
Was wär wenn du nicht gewesen wärst?
Wo würd ich mich heute im Dunkeln verlieren?

Donnerstag, 5. Februar 2015

TO-DAY-NO-SONG - (Einatmen)

Leben ist Einatmen - Texten ist Ausatmen:

Ich gehe jetzt mal eine Woche einatmen.

Morgen ein Wingenfelder-Konzert Am Wochenende Handball, nächste Woche dann zwei Auftritte und dann mal einen Song mit einer Sängerin aufnehmen für eine Benefitz-CD. Somit bleibt in den nächsten Tagen keine Zeit zum Texten. Eine Woche Pause und ich bin wieder hier. zum Ausatmen.

So long ...

Mittwoch, 4. Februar 2015

A-SONG-A-DAY - (Lass es sein...)



Lass es sein                

Du sitzt mir gegenüber
schaust mich traurig an
Mit deinem Dackel-Blick.
Aus dem ich nichts erkennen kann.

Haben wir verloren?
Ist dass wirklich wahr?
Wenn du gehen willst dann
nimm mich noch mal in den Arm
und

Lass es sein wie Liebe
Lass es sein wie gestern
Lass es ganz genau so sein, wie’s immer war.

Lass es sein wie Liebe
Lass es sein wie wie’s
immer war.
Lass es sein.

Ich werd dein Bild verbrennen.
Die Briefe sowieso.
Ich geh mit andren aus
und tu ab jetzt, als wär’ ich froh.

Auch wenn du denkst es ist nicht gut.
Auch wenn dass du’s nicht musst
wenn es möglich ist dann
gib mir diesen letzten Kuss
und

Lass es sein wie Liebe
Lass es sein wie gestern
Lass es ganz genau so sein, wie’s immer war.

Lass es sein wie Liebe
Lass es sein wie wie’s
immer war.
Lass es sein.

Dienstag, 3. Februar 2015

DAY-A-SONG - (Unverschämt)



Unverschämt                                                                                                                 

Es ist egal,
ob deine Schuhe alt oder grau sind.
Und auch egal,
ob sie rot oder gelb oder blau sind.

Egal ob Retro - ob modern
Ich weiß nicht ob du mich verstehst.
Ich find dich nur cool, wenn du gern
in deinen Schuhen gehst.

Stell dich hin und sag hier bin ich.
Unverfälscht und unverschämt.
Sei unverschämt.
Sei unverschämt.

Es ist egal,                                                                          
ob dein Haus aus Holz oder Stein ist                     
Und auch egal,                                                                                 
ob´s der Bank gehört oder Deins ist.                     

Ob du dein Klo hast aufm Flur                                 
Oder  in einem Schlösschen thronst.                    
Wichtig ist für mich doch nur,                                  
dass du da gerne wohnst.                                         

Stell dich hin und sag hier bin ich.
Unverfälscht und unverschämt.
Sei unverschämt.
Sei unverschämt.

Es ist egal
welche Schulbank du einmal gedrückt hast
oder womit
du die Lehrer früher verzückt hast

Bist du schlau und weißt genau
was es alles im Leben gibt?
Es kommt doch nur darauf an
Das man das Leben liebt.

Stell dich hin und sag hier bin ich.
Unverfälscht und unverschämt.
Sei unverschämt.
Sei unverschämt.